Die fünf häufigsten Gründe für eine negative MPU

Die fünf häufigsten Gründe für eine negative MPU stellen eine Zusammenfassung dar, wie Menschen vor, während oder nach einer MPU gedacht und gesprochen haben. 
Wer dies aufmerksam liest, kann daraus viel lernen.​

1. "Die Geschichte vom Pferd …"

Die Redewendung "Eine Geschichte vom Pferd erzählen" ist nicht überall bekannt. Sie bedeutet "Unsinn erzählen" oder "lügen". Leider werden bei der MPU im Gespräch mit den Gutachtern immer wieder Lügen aufgetischt oder Unsinn erzählt. 

In vielen Fällen sind es noch nicht einmal "boshafte Lügen". Man will ​einfach nur "seine Haut retten"

Da werden z. B. bei Alkoholauffälligkeiten viel zu niedrigeTrinkmengen ​genannt, die niemals zu der ermittelten Promillehöhe passen können.

Beispiel: BAK 1,65 Promille und genannte Trinkmenge: 3 - 4 Bier a 0,33l   ;-)

Untertreibungen, Verharmlosungen, Verniedlichungen, Bagatellisieren, Schönreden usw. gehören zu den​ ähnlichen Mustern, die häufig angewendet werden und ziemlich sicher zu einer negativen MPU führen.

2. Die Macht der Verdrängung

Kurze fachliche Erklärung:

Verdrängung bedeutet das Abschieben negativer, unangenehmer oder auch schmerzlicher Erfahrungen und Erlebnisse ins Unbewusste. Zunächst ist dies ein von Kindheit an erlernter Vorgang, der sogar überlebenswichtig ist! Man spricht von einem fundamentalen Abwehrmechanismus der Seele.

​Denn so werden dem Bewusstsein bedrohliche und entmutigende Erfahrungen vorenthalten. Das seelische Überleben wird ermöglicht.

Und das geschieht im Gespräch mit Gutachtern:

Im Vorfeld einer MPU stehen meistens negative Erlebnisse und hässliche Erfahrungen:
Führerscheinentzug, Polizeikontakt, negative Rausch-Erlebnisse, Unfall und / oder Fahrerflucht, hohes Punktekonto, Geldstrafen, Sperrfrist, Verurteilung durch ein Gericht, soziale Nachteile wie Trennung, Arbeitslosigkeit oder Jobverlust usw.

Diese negativen Erfahrungen werden meistens ​verdrängt und stehen am Tag der MPU dem Bewusstsein nicht mehr zur Verfügung (zumindest nicht mehr in vollem Umfang). 

Die Folge davon ist, dass man auf viele Fragen zu diesem Vergangenheitsabschnitt nicht mehr sachlich und wahrheitsgemäß antworten kann (oder noch nicht antworten möchte).

Aufgrund fehlender oder mangelnder Aufarbeitung läuft es auf ein negatives MPU-Ergebnis hinaus.​

3. Nichts aus Fehlern gelernt und nichts eingesehen …

Man schimpft über den sogenannten "Idiotentest", fühlt sich ungerecht behandelt und sieht die Fehler meistens bei den anderen. Schuld sind andere Menschen, ungünstige Umstände und schlechte Entwicklungen im Leben. Man sieht sich daher als Opfer und empfindet Gericht, Behörden und natürlich Gutachter als Gegner, die einem das Leben nur noch schwerer machen …

​Alles sei nur eine böse Verkettung zufälliger Ereignisse und man habe auch extrem viel Pech gehabt. 

Mit dieser unkritischen Einstellung erkennt man auch keinerlei persönliche Verantwortung für seine Verkehrsauffälligkeit

Mit dieser Haltung wird es bei einer MPU zwangsläufig auf ein negatives Gutachten hinauslaufen.

4. Nichts geändert - der nächste Rückfall wartet schon …

Wieso sollte man etwas ändern, wenn man dazu überhaupt keine Notwendigkeit sieht? Schließlich machen das doch die anderen auch so …

Alles bleibt beim alten. ​

​Der problematische Umgang mit Alkohol, Drogen (BtmG), Straßenverkehrsgesetzen oder anderen Regeln ist ja letzten Endes gar nicht so schlimm. Man ist ja kein Einzelfall.

Und wenn es unbedingt sein muss, kann man ja dem Gutachter natürlich erzählen, was dieser hören will …

Es bedarf keiner großen Phantasie sich vorzustellen, dass auch hier am Ende der Begutachtung ein negatives Ergebnis wartet.​

5. Anforderungen und Voraussetzungen sind nicht erfüllt

Am Tag der MPU müssen in vielen Fällen bestimmte psychologische und medizinische Voraussetzungen erfüllt sein. Die Punkte 1 - 4 von 'die fünf häufigsten Gründe für eine negative MPU' sind nur einige Beispiele für die psychologischen Anforderungen. 

Auch wenn die meisten Voraussetzungen oder Nachweise individuell unterschiedlich sein können, sind diese jedoch in der Regel vor der MPU zu erbringen und können nicht mehr rückwirkend erbracht werden.

​Im medizinischen Bereich können dies z. B. Abstinenznachweise für Alkohol oder Drogen (BtmG) sein. In bestimmten Einzelfällen kann es sich auch um andere labormedizinische Nachweise handeln, wie z. B. Blut- und Leberwerte. 

​Wer blauäugig zur MPU geht und wem daher erforderliche wichtige Nachweise fehlen, wird bereits aus diesem Grund ein negatives Gutachten erhalten.

Fazit

​Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, kennen Sie nun die fünf häufigsten Gründe für eine negative MPU. Sie können diese und alle anderen Fehler gut vermeiden. Die Lösung dazu liegt in einer gezielten MPU-Vorbereitung.

Welchen Umfang solch eine gezielte Vorbereitung auf die MPU hat, können Sie in einem Erstberatungsgespräch ermitteln oder Sie melden sich gleich zu einem MPU-Seminar am Wochenende an.

Natürlich ist auch eine MPU-Vorbereitung kein Allheilmittel - Sie sollten daher eine entsprechende Motivation mitbringen, um etwas Positives zu bewirken. Den Führerschein zurück zu erhalten ist nur ein Teil Ihrer positiven Veränderungen.