Medizinische Untersuchung

Seit Mai 2014 ist die 3. Auflage der Beurteilungskriterien in Kraft. Parallel zu den schon länger gültigen Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung stellen diese die sogenannten fachlich-rechtlichen Rahmenbedingungen dar.

Beurteilungskriterien

Sehr wichtige Änderungen stellen die darin vorgebenen "CTU-Kriterien" (Abkürzung für Chemisch-Toxikologische-Untersuchung) dar.

Für folgende Personen gelten u. a. diese Änderungen:

  • wer eine Alkoholabstinenz nachweisen muss
  • wer einen Alkoholverzicht nachweisen muss
  • wer einen Drogenfreiheitsnachweis vorlegen muss.

Weitere wichtige Änderungen:

  • Für die Anforderungen an gerichtsverwertbare chemisch-toxikologische Untersuchungen sind nur Labore anerkannt, die eine Zulassung (Akkreditierung) für forensische Untersuchungen besitzen
  • Das Labor muss nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert sein
  • Die Nachweise müssen im Rahmen eines Kontrollprogramms fachkundig erstellt worden sein, aussagekräftig und forensisch gesichert verwertbar sein.

Die verkehrsmedizinische Untersuchung

Sie ist anlassbezogen und besteht u. a. darin, festzustellen, ob beispielsweise der Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum irgendwelche gesundheitlichen Schäden bzw. Einschränkungen verursacht hat.

Diese könnten gegebenenfalls die Fahreignung beeinträchtigen.

  • Der medizinische Gutachter klärt in seiner Anamnese ab, ob und welche Vorerkrankungen bestehen, Medikamenteneinnahme, Operationen, chronische Erkrankungen wie z.B. Diabetes Mellitus, etc.
  • Zur weiteren Untersuchung gehören in der Regel das Abtasten des Bauchraumes, Abhören von Herz und Lunge, Messen von Puls und Blutdruck, Tasten, ob die Leber palpabel ist, etc. Auch feinmotorische Tests wie der Finger-Nase-Versuch gehören dazu. Da Alkoholmissbrauch unter Umständen auch sichtbare Veränderungen an der Haut verursachen kann, gehört das Untersuchen nach Hautzeichen (Spider naevi, Gynäkomastie, etc.) ebenfalls dazu
  • Bei Drogenauffälligkeiten wird u. a. nach evtl. Injektionsstellen geschaut
  • Die ca. 20 Minuten dauernde Untersuchung wird mit einem Gespräch über Ihre Konsumgewohnheiten (Alkohol, Drogen, Zigarretten) abgeschlossen
  • Je nach Untersuchungsanlass wird ein Bluttest, Urintest oder eine Haaranalyse durchgeführt
  • Im Rahmen der medizinischen Untersuchung händigen Sie dem Gutachter Ihre bis dahin erworbenen medizinischen Laborbefunde aus

Untersuchungsanlass Alkohol

Beim Untersuchungsanlass Alkohol unterliegen (nicht nur) Leber- und Blutwerte (GGT, GPT, GOT, MCV, CDT) einer besonderen Bedeutung. Idealerweise sollten Ihre Werte im sogenannten Norm- oder Referenzbereich liegen.

Darüber hinaus können auch bei einer abstinenzpflichtigen Alkoholproblematik (Missbrauch) oder bei einer Alkoholabhängigkeit EtG-Nachweise in Form von Haaranalysen oder Urinscreenings erforderlich sein.

EtG ist die Abkürzung für Ethylglucuronid und ist ein "direktes Stoffwechselprodukt des Trinkalkohols". "Es entsteht in der Leber durch den Abbau von Alkohol. EtG wird bereits beim Konsum geringer Mengen Alkohol gebildet und zeigt dessen Konsum verlässlich an. Im Blut beträgt die Nachweisbarkeit von EtG nur wenige Stunden. Daher ist Blut zur Abstinenzkontrolle nur bedingt geeignet. Im Urin kann EtG bis zu 72 Stunden nach Ende des Konsums nachgewiesen werden". Labor Prof. Gisela Enders MVZ GbR · Rosenbergstraße 85 · 70193 Stuttgart

Untersuchungsanlass Drogen

Beim Untersuchungsanlass „Drogen“ sind Urinscreenings oder Haaranalyse-Ergebnisse ebenfalls wichtige Bestandteile der Untersuchung.

Hier sollten von Ihnen negative, das bedeutet in diesem Fall befundfreie Ergebnisse vorliegen.

Die genauen Informationen, ob und welche Labornachweise für Sie erforderlich sind, geben wir Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch.

Terminvereinbarung

Vereinbaren Sie kurzfristig einen Termin für ein MPU-Beratungsgespräch. Sie erreichen uns unter 0541-1819852- montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.